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Unterschiedliche
fußballspezifische Belastungen
Weismain - Fußball goes Uni – oder wie kommt man dem Massen-Phänomen Fußball auf die Schliche? Unter dieser Prämisse stand der jüngste Fortbildungsabend der Fußballtrainer Oberfrankens (GFT) auf dem Sportgelände des FC Obermain, den die Rekordkulisse von fast 150 lizenzierte Trainer und Betreuer/innen verfolgten. Gerhard Bauer, ehedem Dozent an der Technischen Uni in München, Buchautor, und selbst Trainer, verbannte auf der Basis empirischer Erkenntnisse so manche veraltete Trainingsmethode aus dem Programm seiner Zuhörer.
Die Laufstrecken im Fußball hätten sich
im Verlauf der letzten Jahrzehnte um 200 Prozent erhöht, wusste der
Experte, wobei die Strecken, die im Maximaltempo zurückgelegt
werden, immer länger werden. Als eine besonders geeignete Spielform,
um die notwendige Ausdauer zu trainieren, legte Bauer den vielen
Zuhörern 4:4-Systeme ans Herz. Und auch Technik-Parcours, bei denen
sich intensive und extensive Intervalle ablösen, lohnende Pausen
garantieren. „Bei einem gscheiten Fußballtraining gibt es keine
Pause, die Spieler sind immer in Bewegung – damit arbeiten wir im
konditionellen Bereich.“
Im Theorieteil gab Bauer noch einen historischen Abriss über die Trainingsschwerpunkte unter den unterschiedlichen Bundestrainern, wobei er Sepp Herberger als „seiner Zeit voraus“ betitelte. Die Laufwege hätten sich mittlerweile auf Strecke zwischen zehn und 14 Kilometer erhöht, wobei der Anteil an größeren Sprintstrecken stetig steige. Das erfordere schnelle Regeneration. „Ein noch so guter Marathonläufer ist nach einem Fußballspiel fix und fertig.“
Auch wenn viele Betreuer nicht auf all
die technischen Möglichkeiten eines Bundesliga-Trainerstabes
zurückgreifen könnten, sei ein geschultes Trainerauge wichtig. „Den
Ruhepuls kann man immer messen.“ Und: „Bei einem Puls von 180
trainieren wir an der Schwelle.“
Im Anschluss ernannte Eger im Namen der GFT-Vorstandschaft Rudolf Frank zum Ehrenmitglied. Seit 1973 sei er Mitglied und seit 1986 GFT-Geschäftsführer gewesen. „Ein unermüdlicher Mitarbeiter.“ Von 1998 habe er die GFT-Homepage aufgebaut, die „beste und gepflegteste in Bayern“, Auch nach seinem Ausscheiden aus der GFT-Vorstandschaft fungiere er weiterhin als Webmaster.
von Ralf Kestel
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Nachwuchsförderung im Blickpunkt Frank Engel informiert oberfränkische Fußballübungsleiter und DFB- Stützpunkttrainer über altersgerechte Ausbildungsformen und modernen Tempofußball
Juniorenfußballer, die sich in den Vereinen und bei Sichtungsveranstaltungen empfehlen, erhalten derzeit laut Engel in einem von bundesweit 366 DFB-Stützpunkten eine zusätzliche intensivere Ausbildung. In Oberfranken gibt es nach den Worten des nordbayerischen DFB-Talentkoordinators Udo Hagen acht dieser Talentschmieden: und zwar in Bayreuth, Coburg, Forchheim, Höchstadt/A, Hof (NLZ), Hollfeld, Hummendorf, Kulmbach,Walsdorf bei Bamberg.
Die besten Stützpunktspieler haben die Chance, sich in Auswahlteams zu spielen und schließlich in der Sichtung zur U15-Nationalmannschaft zu landen. Deren Cheftrainer ist ebenfalls Frank Engel, der in seiner Laufbahn bislang bei 478 Ligaspielen und 250 Länderspielen auf der Trainerbank saß. Der Experte, einer der engsten Mitarbeiter von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, erläuterte den anwesenden Lizenzinhabern (darunter viele ehemalige Fußballprofis, Landesauswahl- und Stützpunkttrainer), dass fußballerisches Können der Nachwuchsspieler alleine nicht ausreiche, um später einmal den Sprung in den Profibereich oder sogar ins Nationaltrikot zu schaffen. Als Erfolgsfaktoren nannte der Referent auch Intelligenz, Selbstbewusstsein, Disziplin, Konstanz, Teamgeist und eine gewisse Siegermentalität.
„Die Basis für die Fußballkarriere der Spieler legen jedoch vor allem Sie, die Trainer in den Vereinen“, bescheinigte Engel seinen Kollegen, denen er altersgerechte Ausbildungsformen präsentierte. Bis zum Alter von 8-9 Jahren komme es vor allem darauf an, den Kindern die Freude an der Bewegung, am Fußball zu vermitteln, auf Vielseitigkeit zu achten und das Interesse am regelmäßigen Sporttreiben auszuprägen. Besonders wichtig sei der Zeitraum bis zum 15. Lebensjahr. „In diesem besten motorischen Lernalter müssen die fußballspezifischen Grundlagen und die Technik ausgebildet werden.“ Bis zum 18. Lebensjahr sollten dann verstärkt Taktik und Zweikampfverhalten vermittelt werden und die Bedeutung der Fitness zunehmen, ehe der sensible Übergang in die Männermannschaften erfolge.
Geschäftsführer Hubert Richter informierte ebenfalls über organisatorische Punkte der GFT Oberfranken. Eine insgesamt gelungene Veranstaltung für die Fußballtrainer Frankens.
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